FAQs

FAQs zur standardisierten Reife- und Diplomprüfung

Was ist die neue Reife- und Diplomprüfung?

Die neue Reife- und Diplomprüfung garantiert, dass Leistungen objektiv, transparent und damit fairer als bisher überprüft und beurteilt werden. Sie umfasst drei unabhängige Teilbereiche:

  • die Vorwissenschaftliche Arbeit (AHS) bzw. Diplomarbeit (BHS)

  • zwei oder drei mündliche Prüfungen

  • drei oder vier schriftliche Klausuren

Die Themen der Vorwissenschaftlichen Arbeit bzw. Diplomarbeit werden von den Schülerinnen und Schülern selbst, die Aufgabenstellungen für die mündlichen Prüfungen von den Fachlehrkräften an den Schulen festgelegt, damit die Interessen der Schüler/innen und die Schwerpunkte der Schulen angemessen berücksichtigt werden können. Informationen zu diesen Bereichen der neuen Reife- und Diplomprüfung finden Sie auch auf der Hauptseite des Bundesministeriums für Bildung (BMB). 

Im Rahmen des schriftlichen Teils kommen standardisierte Aufgabenstellungen in Deutsch (bzw. an einigen Standorten in den Unterrichtssprachen Kroatisch, Slowenisch und Ungarisch), in Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch, in den klassischen Sprachen Latein und Griechisch und in (Angewandter) Mathematik zum Einsatz. Sie werden vom BMB in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten aus dem Bildungsbereich und Vertreterinnen und Vertretern aller Schulebenen entwickelt.

Die Bewertung der Leistungen erfolgt in diesen Gegenständen durch die Fachlehrkraft anhand standardisierter Korrektur- und Beurteilungsanleitungen. In allen übrigen Fächern werden die Aufgaben weiterhin von den Lehrerinnen und Lehrern am Schulstandort erstellt. Die neue Reife- und Diplomprüfung ist seit dem Schuljahr 2014/15 an AHS, seit dem Schuljahr 2015/16 an BHS verpflichtend.

Warum war eine Reform der Abschlussprüfungen notwendig?

Die moderne Wissens- und Informationsgesellschaft unterliegt tiefgreifenden Veränderungen, die alle Bereiche des täglichen Lebens betreffen. Technologische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Wandlungsprozesse schaffen neue Herausforderungen und Perspektiven, denen sich das Bildungssystem nicht verschließen darf. Die Schule muss diesen Entwicklungen als wesentliche Stütze der Gesellschaft Rechnung tragen. Sie hat sicherzustellen, dass Lernende am Ende ihrer Bildungslaufbahn fähig sind, die sich bietenden Möglichkeiten nach ihren Vorstellungen zu nutzen.

Mit der gesetzlichen Verankerung der Bildungsstandards und der Einführung einer standardisierten kompetenzorientierten Reife- und Diplomprüfung hat sich ein grundlegender Wandel vollzogen, der die Ausbildungsqualität an Österreichs Schulen nachhaltig sichert. Bildungsstandards beschreiben die erwünschten Lernergebnisse in Form grundlegender Kompetenzen, die Schüler/innen zu bestimmten Zeitpunkten ihrer Ausbildung erworben haben sollen. Sie bieten Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit, ihre Unterrichtsgestaltung kontinuierlich den jeweiligen Erfordernissen anzupassen und Schüler/innen gezielt zu fördern.

Durch die Bildungsstandards werden Lehr- und Lernprozesse über längere Zeiträume hinweg planbar. Die neue Reife- und Diplomprüfung führt diesen Ansatz fort und stellt sicher, dass festgeschriebene Lernziele am Ende der 12./13. Schulstufe erreicht werden.

Welche Verbesserungen verbinden sich mit der neuen Reife- und Diplomprüfung für Lernende und Lehrende?

Mit der Vorwissenschaftlichen Arbeit (AHS) bzw. Diplomarbeit (BHS) und den mündlichen Prüfungen umfasst das neue Modell vielfältige Möglichkeiten, um die individuellen Interessen der Schüler/innen oder besondere Schulschwerpunkte konsequenter und umfassender als bisher zur berücksichtigen.

Damit liegen zwei der drei Säulen der neuen Matura ausschließlich in der Zuständigkeit der Schulen und der Lehrer/innen, auch die bisher relativ starren Gegenstandsgruppen für die mündlichen Prüfungen gehören mit dem neuen Modell der Vergangenheit an. Die Schüler/innen an AHS etwa können nun in weit über 20 Unterrichtsgegenständen mündlich maturieren und bei der vorwissenschaftlichen Arbeit einem Thema nachgehen, das ihren persönlichen Interessen entspricht und damit ihre Stärken fördert.

In Ergänzung dazu stellen standardisierte schriftliche Prüfungen in der Unterrichtssprache, in insgesamt sechs Fremdsprachen und in Mathematik sicher, dass allen Schülerinnen und Schülern in diesen Fächern jene grundlegenden Fähigkeiten vermittelt wurden, die sie für ihren weiteren Berufs- und Bildungsweg brauchen. Standardisierte und kompetenzorientierte Prüfungsformen sind in vielen europäischen Ländern seit Jahren üblich, weil sie eine Reihe wichtiger Vorteile bringen:

  • Sie garantieren Schülerinnen und Schülern transparentere, objektivere und zuverlässigere Aussagen über den eigenen Lernerfolg und fördern den Erwerb langfristig verfügbarer Fähigkeiten.

  • Sie folgen der Forderung, dass gleiche Leistungen gleich bewertet werden sollen, unabhängig davon, wer, wann und wo beurteilt wird.

  • Sie fördern die europaweite Vergleichbarkeit von Abschlüssen und erlauben Arbeitgebern und weiterführenden Bildungseinrichtungen verlässliche Aussagen über in der Schule erworbene Kompetenzen.

Der standardisierte Teil der neuen Reife- und Diplomprüfung trägt langfristig zur Steigerung der Ausbildungsqualität bei, indem er Lehrende und Lernende stärker als bisher motiviert, an gemeinsamen Zielen zu arbeiten. Lehrer/innen und Schulleiter/innen erhalten verlässliche Orientierungshilfen zur Unterrichts- und Schulentwicklung, die das langfristige und nachhaltige Planen ihrer Tätigkeiten maßgeblich erleichtern.

Zuletzt verbinden sich mit standardisierten Elementen auch wesentliche Fortschritte im Bereich der übergeordneten Systemsteuerung und -evaluierung, die helfen, den Ausbildungsstandort Österreich langfristig und nachhaltig zu sichern.

Welche Rahmenbedingungen gelten für die standardisierte schriftliche Reife- und Diplomprüfung?

Im Sinne der Objektivität sind bei der Durchführung der neuen schriftlichen Reife- und Diplomprüfung entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen:

  • Die schriftlichen Prüfungen finden österreichweit zu denselben Terminen statt.

  • Prüfungszeitpunkt und Prüfungsdauer werden per Verordnung vom zuständigen Bundesministerium für Bildung festgelegt.

  • Korrektur und Beurteilung der Arbeiten erfolgen durch die unterrichtenden Lehrer/innen mittels standardisierter Korrektur- und Beurteilungsanleitungen.

  • Die Ergebnisse werden der/dem Prüfungsvorsitzenden zur Kontrolle und Bestätigung vorgelegt, Noten werden kommissionell beschlossen. 

Lesen Sie weiter zu den rechtlichen Grundlagen der neuen Reife- und Diplomprüfung (Prüfungsordnungen, relevante Änderungen des Schulunterrichtsgesetzes usw.).

Welche Hilfsmittel (Taschenrechner, Laptop, Wörterbücher usw.) dürfen bei den Prüfungen verwendet werden?

Die Verwendung von Hilfsmitteln ist in den entsprechenden Prüfungsordnungen des Bundesministeriums für Bildung klar geregelt.

Einsatz elektronischer Hilfsmittel in Mathematik (AHS)

In der Prüfungsordnung werden aufsteigend ab dem Haupttermin 2018 gewisse Minimalanforderungen für elektronische Hilfsmittel explizit festgelegt (§ 18 Abs. 3, Prüfungsordnung AHS), die von herkömmlichen numerischen Taschenrechnern nicht mehr abgedeckt werden: Darstellen von Funktionsgraphen, numerisches Lösen von Gleichungen und Gleichungssystemen, Ermitteln von Ableitungs- und Stammfunktionen, numerisches Integrieren sowie das Bereitstellen von stochastischen Grundfunktionen.

Nach der derzeit geltenden Übergangsregelung werden die Prüfungsaufgaben so erstellt, dass sie

  1. grundsätzlich auch ohne Hilfsmittel mit den oben genannten Zusatzfunktionen bearbeitet werden können

  2. und dass darüber hinaus das Anforderungsniveau und der Bearbeitungsaufwand grundsätzlich nicht von den zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln abhängen.

Ab dem Haupttermin 2018 fallen diese beiden einschränkenden Bedingungen für die Aufgabenerstellung weg. Entsprechende Anpassungen werden in der Neuauflage des Konzepts

in den jeweiligen Anmerkungen vorgenommen. Eine Auflistung der vorgenommenen Änderungen sowie eine erläuternde Beschreibung zum Einsatz elektronischer Hilfsmittel finden sich in dem mit 19. Oktober 2015 datierten Erlass des BMBF (nunmehr BMB) mit der Geschäftszahl BMBF-11.012/0260-I/3/2015.

Es ist zu betonen, dass weder das der Prüfung zugrunde liegende Konzept noch der Katalog der Grundkompetenzen verändert werden. Insbesondere werden auch keine speziellen Technologiekompetenzen direkt durch entsprechende Aufgabenstellungen überprüft.

Welche Lerninhalte werden im standardisierten schriftlichen Teil überprüft?

Die Aufgabenstellungen im standardisierten schriftlichen Teil überprüfen ausschließlich Kompetenzen, die in den Lehrplänen als unverzichtbare Lernziele definiert sind und die den Schülerinnen und Schülern im Unterricht damit jedenfalls vermittelt werden müssen.

Umgekehrt differenziert das Prüfungskonzept überall dort, wo die Lehrpläne es erfordern. So kommen im AHS-Bereich in den Fremdsprachen unterschiedliche Aufgaben zum Einsatz, je nachdem, ob der vorbereitende Unterricht vier, sechs oder acht Jahre umfasst hat.

Im vielfältigen und breit gefächerten berufsbildenden Bereich werden – abhängig vom Ausbildungszweig – in den lebenden Fremdsprachen für HAK, HTL, HUM, BAKIP/BASOP und HLFS insgesamt fünf speziell abgestimmte Maturapakete bereitgestellt, in Angewandter Mathematik sind es neun für die BHS sowie eines für die Berufsreifeprüfung.

Die Prüfungsaufgaben eines Gymnasiasten unterscheiden sich daher etwa in Mathematik ganz grundlegend von jenen einer HTL- oder HAK-Schülerin.

Das heißt, es gibt nicht eine "Zentralmatura", sondern mehrere standardisierte schriftliche Maturen?

Vom BMB werden entsprechend den Lehrplänen für AHS und BHS insgesamt 37 unterschiedliche Prüfungspakete je Prüfungstermin erstellt, um unterschiedliche Lerndauern und Ausbildungsschwerpunkte zu berücksichtigen. Es gibt also – mit gutem Grund – weder für AHS noch für BHS eine einzige, für alle gültige Form der neuen Reife- und Diplomprüfung.

Wie wird sichergestellt, dass die standardisierten Aufgaben fair sind und von den Kandidatinnen und Kandidaten gut zu bewältigen sind?

Um die Eignung und Fairness der Aufgaben sicherzustellen, unterliegt die Aufgabenerstellung umfangreichen Prozessen zur Qualitätssicherung:

  1. Die Aufgaben werden unter der Leitung des BMB von speziell dafür ausgebildeten Pädagoginnen und Pädagogen erstellt und in der Folge gemeinsam mit anerkannten Expertinnen und Experten des jeweiligen Fachbereichs, der Didaktik und der Testtheorie überprüft.

  2. Im Rahmen sogenannter Feldtestungen werden künftige Prüfungsaufgaben von einer festgelegten Zahl von Schülerinnen und Schülern unter möglichst prüfungsnahen Bedingungen erprobt. Nur Aufgaben, die alle Gütekriterien erfüllen, werden zur Matura zugelassen.

  3. Die Endauswahl der Prüfungsaufgaben basiert auf der Bewertung von Expertinnen und Experten des Fachs, Vertreterinnen und Vertretern der Schulaufsicht und des universitären Bereichs, die jedes einzelne Aufgabenpaket überprüfen und anhand gültiger Referenzdokumente (Lehrplan, GERS, Kompetenzstufenraster) bewerten.

Damit soll sichergestellt werden, dass

  • die Aufgaben den gültigen Lehrplänen und rechtlichen Grundlagen entsprechen,

  • der Schwierigkeitsgrad der Prüfungen angemessen ist und von Termin zu Termin und über Jahre vergleichbar bleibt,

  • die Benachteiligung einzelner Schüler/innen oder Personengruppen vermieden wird,

  • die Prüfungsaufgaben altersgemäß gestellt sind,

  • Testformate zur Anwendung kommen, die garantieren, dass jene Fähigkeiten gemessen werden, die gemessen werden sollen,

  • die Gestaltung der Prüfungsaufgaben die tatsächlich vorhandenen Kompetenzen der Schüler/innen bestmöglich sichtbar macht,

  • Beurteilungsverfahren zur Anwendung kommen, die eine möglichst objektive Bewertung der Leistungen der Kandidatinnen und Kandidaten gewährleisten.

Wie viele Personen erstellen die standardisierten Aufgaben?

Die Aufgaben werden unter der Leitung des BMB von derzeit rund 180 speziell dafür ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern aller Bundesländer und Schulformen erstellt. In die Qualitätssicherung sind darüber hinaus zahlreiche Expertinnen und Experten des jeweiligen Fachs, der Didaktik und Testtheorie sowie Vertreter/innen aller Schulebenen maßgeblich eingebunden.

Wie werden die Aufgaben an die Schulen gebracht und wie wird sichergestellt, dass sie geheim bleiben?

Mit der Zustellung der Aufgabenhefte endet ein umfassend geplanter logistischer Prozess, der lange vor der eigentlichen Prüfung beginnt und mit der Bedarfsmeldung der Schulen einige Monate vor dem jeweiligen Prüfungstermin in seine entscheidende Phase tritt.

 

Bedarfsmeldung durch die Schulen über eine gesicherte Online-Plattform und BestellbestätigungBedarfsmeldungab Jänner
Verarbeitung und Kontrolle der Bedarfsmeldung durch das BMBDatenverarbeitung und -kontrolleab Ende Jänner
Druck1 entsprechend dem von den Schulen gemeldeten Bedarf in einer auditierten sicheren Druckumgebung; Kontrolle der gedruckten Unterlagen hinsichtlich Druckqualität, Vollständigkeit und richtiger ZuordnungDruck1 und Kontrolleab Ende Februrar
Informationsschreiben zur Vorbereitung und Durchführung der Klausuren durch das BMB an den Schulen; Informationen zu den Prüfungsunterlagen, zu den gemäß den gesetzlichen Grundlagen erlaubten Hilfsmitteln, zu Hotline-/Helpdesk-Untersützung des BMB, zur Übermittlung der Lösungen usw.Informationen zur Vorbereitung und DurchführungMärz/April
Zustellung der in versiegelten Kuverts vorsortierten Prüfungsunterlagen mittels Hochsicherheitstransport an eine dazu berechtigte Person an der SchuleZustellungEnde April
Durchführung der schriftlichen Klausuren zu den vom Bundesministerium für Bildung österreichweit festgesetzten TerminenDurchführungMai

1Bei den Matura-Nebenterminen im September und Jänner werden die Aufgabenstellungen nicht gedruckt, sondern auf elektronischem Weg an die Schulen übermittelt und dort entsprechend dem tatsächlichen Bedarf vervielfältigt.

Alleine im Rahmen des Drucks und der Zusammenstellung der Pakete werden derzeit acht Kontrollschritte umgesetzt und Mengen, Seitenzahlen, Adressen usw. mehrfach kontrolliert und dokumentiert. Damit soll sichergestellt werden, dass die an die Schulen auszuliefernden Maturapakete höchsten Qualitätskriterien entsprechen und sich die Kontrolltätigkeit an den Schulen auf den Abgleich von Bedarf und Lieferung beschränken kann, ohne dass die versiegelten Kuverts geöffnet werden.

Neben der zeit- und bedarfsgerechten Lieferung spielt auch der Aspekt der Geheimhaltung eine zentrale Rolle in den Planungen. Um sicherzustellen, dass die Prüfungsaufgaben während des gesamten Prozesses geheim bleiben, hat das BMB auf unterschiedlichen Ebenen Vorkehrungen getroffen. Zu den technischen Vorkehrungen gehören etwa die zum Teil mehrfache Verschlüsselung der Daten sowie dezentrale Datensicherungskonzepte. Mindestens ebenso wichtig sind aber organisatorische Vorkehrungen, ein von Schritt zu Schritt immer kleinerer Kreis an Eingeweihten oder laufende Kontrolltätigkeiten bei unseren externen Partnern.

Das Bundesministerium für Bildung (BMB) trägt allen allen Eventualitäten Rechnung, indem neben den gedruckt ausgelieferten Aufgabenheften für jeden Maturatermin ein alternatives Prüfungspaket bereitgehalten wird, das in wenigen Minuten elektronisch jeder teilnehmenden Schule zur Verfügung gestellt werden kann.

Führt die neue Reife- und Diplomprüfung zu einer Schmälerung des Literaturunterrichts in den Lehrplänen?

Die neue Reife- und Diplomprüfung bewirkt in keiner Weise eine Schmälerung des Literaturunterrichts in den Lehrplänen, das wäre dem Prinzip nach gar nicht möglich. Es ist umgekehrt: Das Prüfungskonzept baut – in allen Fächern – auf den Vorgaben der Lehrpläne auf. Alle Lehrpläne für die höheren Schulen sehen – wie bisher – einen verpflichtenden Literaturunterricht vor. Dem trägt die neue Reifeprüfung auch Rechnung: Durch eine verpflichtende literarische Themenstellung wird es keinen Klausurtermin geben, in der die Schüler/innen nicht die Möglichkeit hätten, ein literarisches Thema zu bearbeiten.

Die – unbestritten wichtige – Arbeit mit pragmatischen Textsorten steht der Beschäftigung mit Literatur im Unterricht in keiner Weise entgegen. Und: Neben der literarischen Aufgabenstellung bei der schriftlichen Reife- und Diplomprüfung bieten die mündliche Prüfung und die vorwissenschaftliche Arbeit bzw. die Diplomarbeit zusätzliche Möglichkeiten, literarische Themen im Rahmen der Matura zu behandeln.

Damit steht das Konzept der neuen Reifeprüfung einer ausführlichen Behandlung von Literatur im Unterricht keineswegs im Weg. Ganz im Gegenteil werden sich die Schüler/innen umso leichter damit tun, neue Texte zu bearbeiten, je mehr Werke sie im Laufe ihrer Schullaufbahn kennengelernt haben.

Dennoch ist es auch im Interesse des BMB, die neue Reife- und Diplomprüfung zu evaluieren und laufend zu verbessern. Um seriös beurteilen zu können, welche Auswirkungen das neue Modell auf den Deutschunterricht hat, wurde vom BMB bereits eine Expertengruppe eingesetzt. Sie wird die Erkenntnisse aus der flächendeckenden Umsetzung der neuen Prüfung sachlich beurteilen und gegebenenfalls Vorschläge einbringen, wo im Detail Optimierungen möglich sind.

Was sind Feldtestungen und wozu dienen sie?

Unter Feldtestung wird ein Verfahren verstanden, das die Qualität von Prüfungsaufgaben misst. Einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern einer Abschlussklasse werden von eigens dazu ausgebildeten Personen Aufgabenstellungen vorgelegt. Die Schüler/innen bearbeiten diese Aufgaben unter Bedingungen, die weitgehend jenen bei der schriftlichen Reife- und Diplomprüfung entsprechen.

Die Ergebnisse der Feldtestungen werden statistisch mit unterschiedlichen Methoden der Testtheorie ausgewertet. Sollten die Auswertungen unbefriedigende Resultate für eine Aufgabenstellung hinsichtlich Schwierigkeitsgrad, Verständlichkeit usw. ergeben, wird diese verworfen oder muss überarbeitet werden – so lange, bis die Aufgabenstellung allen wissenschaftlichen Gütekriterien entspricht. Die Erkenntnisse aus den Feldtestungen fließen in der Folge auch in die Entwicklung neuer Prüfungsaufgaben ein.

Die an den Feldtestungen teilnehmenden Schulen werden nach Größe, Standort, Schultyp etc. ausgewählt, um zu gewährleisten, dass die österreichische Schullandschaft möglichst repräsentativ abgebildet wird.

Wesentlich für das Verständnis von Feldtestungen ist die Tatsache, dass die Schüler/innen die Aufgabenstellungen testen (und nicht umgekehrt). Das heißt, getestet wird nicht der Leistungsstand der Schüler/innen, sondern ob die Aufgaben gut funktionieren.

Feldtestungen finden in regelmäßigen Abständen und lange vor den Prüfungsterminen statt, in denen die getesteten Aufgaben möglicherweise eingesetzt werden. Konkret heißt das, dass etwa die im Frühjahr 2017 getesteten Aufgaben frühestens 2018 zur Matura zugelassen werden und dass die Aufgaben für den Maturatermin im Mai 2017 bereits erfolgreich feldgetestet wurden.

Werden die Ergebnisse (Noten) der Schüler/innen erhoben?

Die Ergebnisse der schriftlichen Prüfungen werden vom BMB in Zusammenarbeit mit den Schulaufsichtsbehörden erhoben. Fundierte und verbindliche Aussagen zu den Ergebnissen können jedenfalls erst nach Abschluss der Beurteilungskommissionen eingeholt werden, da diese die Noten fixieren. Zu berücksichtigen sind darüber hinaus die mündlichen Kompensationsprüfungen, in deren Rahmen alle negativ beurteilten Kandidatinnen und Kandidaten ihre Note verbessern können.

Eine Veröffentlichung von Ergebnissen auf Klassen- oder Schulebene ist aufgrund datenschutzrechtlicher Bestimmungen nicht möglich.

Wer steht zur Beantwortung weiterer Fragen zur neuen Reife- und Diplomprüfung zur Verfügung?
Ansprechpartner/innen des BMB

Unterrichtssprache

(Deutsch, Kroatisch, Slowenisch, Ungarisch)

Mag. Dr. Gerhard Tanzer

E-Mail: gerhard.tanzer@bmb.gv.at

lebende Fremdsprachen

(Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch)

Mag.ª Eva Dousset-Ortner

E-Mail: eva.dousset-ortner@bmb.gv.at

klassische Sprachen

(Griechisch und Latein)

Mag.ª Regina Loidolt

E-Mail: regina.loidolt@bmb.gv.at

Mathematik (AHS)

Mag.ª Dr.in Eva Sattlberger

E-Mail: eva.sattlberger@bmb.gv.at

Angewandte Mathematik (BHS)

Mag. Martin Hofer

E-Mail: martin.hofer@bmb.gv.at

Logistik & Datenmanagement Bernd Zisser

E-Mail: bernd.zisser@bmb.gv.at